Psychische Belastungen wie Ängste, Einsamkeit oder emotionale Erschöpfung betreffen viele Menschen. Dennoch fällt es oft schwer, offen darüber zu sprechen oder den ersten Schritt in Richtung professioneller Unterstützung zu gehen. Gleichzeitig wirkt die Vielzahl an Beratungs-, Therapie- und Hilfsangeboten auf Betroffene häufig unübersichtlich. Genau hier setzt das Stuttgarter Startup MALU Network an. Mit einer geschützten und anonymen Online-Community möchte Gründer Mario Klauderoti Menschen miteinander verbinden, den Austausch auf Augenhöhe fördern und Orientierung zu passenden Unterstützungsangeboten schaffen. Unter dem Leitgedanken „Verbunden statt verloren“ arbeitet MALU daran, eine digitale Brücke zwischen persönlichem Austausch und professioneller Hilfe zu bauen. Wir haben mit Mario über die Idee, die Vision und die nächsten Schritte gesprochen.
Produkt Was macht euer Startup in einem Satz?
MALU Network ist eine anonyme und geschützte digitale Community rund um mentale Gesundheit, die niedrigschwelligen Austausch mit der Orientierung zu passenden Beratungs-, Selbsthilfe- und Unterstützungsangeboten verbindet.
Welches Problem löst ihr konkret?
Viele Menschen kämpfen mit Ängsten, Einsamkeit, Überforderung oder anderen psychischen Belastungen, sprechen darüber aber nicht offen. Gleichzeitig ist die Hemmschwelle hoch, direkt eine Beratungsstelle oder therapeutische Praxis aufzusuchen, und das Hilfesystem wirkt oft unübersichtlich.
MALU schafft einen geschützten Raum für anonymen Austausch und hilft dabei, passende Beratungs-, Selbsthilfe- und Unterstützungsangebote zu finden. Die Plattform ersetzt keine Therapie oder Krisenhilfe, sondern versteht sich als digitale Brücke zwischen persönlichem Austausch und professioneller Unterstützung.
Was unterscheidet euch von bestehenden Lösungen?
MALU verbindet eine anonyme Community mit einem strukturierten Verzeichnis von Beratungsstellen, Selbsthilfeangeboten, therapeutischen Praxen und weiteren Unterstützungsangeboten. Der Fokus liegt dabei nicht auf Selbstdarstellung, sondern auf einem geschützten Umfeld, in dem Nutzer selbst entscheiden, wie viel sie von sich preisgeben möchten.
Ein weiterer Unterschied liegt im Sicherheitskonzept. MALU wird mit Melde- und Blockierfunktionen, Spam- und Registrierungsschutz, technischen Risikoprüfungen sowie menschlicher Moderation entwickelt. Gleichzeitig sollen wichtige Grundfunktionen, der Zugang zur Community und die Suche nach Hilfsangeboten kostenlos bleiben. Kostenpflichtige Modelle sollen sich später ausschließlich auf freiwillige Zusatz-, Komfort- und Personalisierungsfunktionen beziehen.
Wer ist eure Zielgruppe?
MALU richtet sich an Erwachsene, die sich mit mentaler Gesundheit beschäftigen oder selbst psychische und emotionale Belastungen erleben. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit Ängsten, Einsamkeit, Überforderung oder sozialer Unsicherheit.
Ebenso richtet sich die Plattform an Angehörige und Personen, die Informationen oder Unterstützung für Menschen in ihrem Umfeld suchen. Besonders wichtig ist uns, jene Menschen zu erreichen, denen der erste Schritt in Richtung Hilfe schwerfällt.
Wie kam es zur Gründungsidee?
Die erste Idee für MALU entstand bereits im Jahr 2020 während der Corona-Die Idee zu MALU entstand während der Corona-Pandemie. Aus eigenen Erfahrungen mit Angst und Panik weiß ich, wie schwer es sein kann, über psychische Belastungen zu sprechen oder passende Unterstützung zu finden.
Daraus entstand die Frage, warum es keinen geschützten digitalen Ort gibt, an dem Menschen anonym miteinander sprechen und zugleich Orientierung zu Hilfsangeboten erhalten können. Aus diesem Gedanken entwickelte sich nach und nach MALU Network. Unser Leitsatz lautet dabei: „Verbunden statt verloren.“
Wer steckt hinter dem Team und wie habt ihr euch gefunden?
Gegründet wurde MALU Network von mir, Mario Klauderoti. In der bisherigen Entwicklungsphase habe ich das Konzept und die Plattform größtenteils eigenständig aufgebaut und weiterentwickelt.
Gleichzeitig stehe ich im Austausch mit Menschen aus den Bereichen Entwicklung, Marketing, Geschäftsentwicklung und mentale Gesundheit. Für die nächsten Schritte soll ein Kernteam entstehen, das die Vision von MALU langfristig mitträgt.
Wo steht ihr aktuell – Produkt, Markt und Kunden?
MALU befindet sich aktuell in der Beta- und Testphase. Eine erste funktionsfähige Version der Plattform ist bereits online und bietet die zentralen Community-Funktionen für anonymen Austausch.
Der Fokus liegt derzeit auf der technischen Weiterentwicklung, der Verbesserung von Sicherheit und Datenschutz sowie dem Ausbau des Verzeichnisses für Hilfsangebote. Erste Gespräche mit Startup-Netzwerken, Institutionen und potenziellen Partnern laufen bereits.
Welche Rolle spielt die Region Stuttgart für euch?
Die Region Stuttgart ist der Ursprung von MALU Network und soll auch Ausgangspunkt erster Pilotprojekte sein.
Stuttgart bietet eine gute Verbindung aus Startup-Netzwerk, Hochschulen, sozialen Einrichtungen, Beratungsstellen, Selbsthilfeorganisationen, Unternehmen und potenziellen Finanzierungspartnern. Gerade für MALU ist diese Mischung wichtig, weil das Projekt nicht ausschließlich technisch betrachtet werden kann. Es benötigt gleichzeitig Fachwissen aus den Bereichen mentale Gesundheit, Datenschutz, IT-Sicherheit, Moderation, Kommunikation und Wirtschaft.
Ziel ist es, zunächst ein starkes regionales Netzwerk aufzubauen und das Modell anschließend weiter auszurollen.
Wo wollt ihr in 2-3 Jahren stehen?
In zwei bis drei Jahren soll MALU eine technisch stabile und sichere Plattform sein, die bundesweit genutzt werden kann. Neben einer aktiven Community möchten wir ein verlässliches Verzeichnis relevanter Unterstützungsangebote etablieren.
Außerdem wollen wir ein festes Kernteam aufbauen und gemeinsam mit Partnern aus dem Gesundheits- und Sozialbereich erste Pilotprojekte umsetzen, um die Wirkung der Plattform weiter zu evaluieren.
Langfristig soll MALU nicht einfach nur eine weitere Social-Media-Plattform sein, sondern ein vertrauenswürdiger digitaler Ort, der Austausch ermöglicht und Menschen den Weg zu bestehender professioneller Unterstützung erleichtert.
Welche Unterstützung sucht ihr aktuell?
Aktuell suchen wir fachliche und strategische Partner aus den Bereichen mentale Gesundheit, Beratung, Selbsthilfe und Gesundheitswesen.
Darüber hinaus freuen wir uns über Unterstützung in den Bereichen Softwareentwicklung, IT-Sicherheit, Datenschutz und Kommunikation sowie über Gespräche mit Förderprogrammen, Business Angels und weiteren Finanzierungspartnern, die unsere gesellschaftliche Vision teilen.
Und zum Schluss:
Euer Startup in drei Hashtags?
#mentalegesundheit #anonymeraustausch #verbundenstattverloren
Kaffee oder Club-Mate?
Ganz klar Kaffee, besonders an langen Entwicklungs- und Planungstagen.
Was darf auf eurem Schreibtisch nie fehlen?
Ein Notizblock für neue Ideen, Kopfhörer und natürlich ein Kaffee. Viele Funktionen von MALU haben tatsächlich mit einer spontanen Notiz angefangen.
Weitere Informationen unter www.malunetwork.com






