Startup Porträt: i-flow

12. Juli 2022

Christoph Sauerborn hat uns erzählt, wie i-flow Unternehmen bei der Implementierung von digitalen Use-Cases hilft, wo Start-ups Unterstützung finden und wie er sich die Zukunft für das junge Unternehmen vorstellt.

Kannst du uns kurz erzählen was i-flow macht?

Mit i-flow ermöglichen wir Maschinenbauern, ihre Maschinen ganz einfach mit Konnektivität auszustatten und ohne IT Experten in I4.0 Use-Cases und IT-Systeme einzubinden.

Wann kam euch die Idee eine eigene Firma zu gründen? Was war der Auslöser dafür?

Wir als Gründerteam haben gemeinsam Industrie 4.0 für eine Business Unit bei Bosch getrieben. Nachdem sich unsere Wege trennten kamen wir 2021 wieder zusammen. Für uns war klar: es muss für die Probleme bei der Implementierung von digitalen Use-Cases – meist sind die Daten zu unstrukturiert und jedes Mal anders – eine Lösung geben. Die gab es eben nicht. Zumindest nicht so, wie sie sein muss. Deswegen gibt es heute i-flow.

Welche Befürchtungen hattet ihr zu Beginn eurer Gründung? Haben diese sich bewahrheitet?

Die Industrie steht neuen Technologien oft vorsichtig gegenüber. Dann heißt es: never change a running system. Deswegen war klar, dass wir uns auf viele Gespräche einstellen müssen, bis wir unser Software-Produkt an den Kunden und auf den Markt bringen können. So ist es auch gekommen – vom ersten Kontakt bis zum Pilotprojekt vergingen 12 Monate. Unser größtes Learning dabei war: Wer verlässlich bleibt und entgegenkommend ist, hat bessere Karten.

Was war der größte Fehler oder die größte Fehleinschätzung, die ihr bei eurer Gründung gemacht habt? Was habt ihr daraus gelernt?

Wir haben gedacht. dass man schon irgendwie sein Produkt verkauft bekommt. Natürlich hilft ein gutes Produkt, verkaufen muss man es aber selbst. Und je größer der Kunde ist, desto mehr kommt es darauf an, wie das Produkt gezeigt wird und wie der Wert des Produktes für ihn erscheint. Was man verkauft, also beispielsweise eine Software für Datenmanagement, ist nämlich etwas ganz anderes, als das was der Kunde kauft, also beispielsweise eine Software, die stabilere Datenübertragungen ermöglicht. Eine große Empfehlung hierbei ist sich an das W3 Framework zu halten: Who, what, why.

Wie habt ihr euer Team zusammengestellt? Was ist euch im Team wichtig?

Für uns sind unsere ersten Mitarbeitenden die wichtigsten Säulen unseres zukünftigen Erfolgs. Deswegen ist für uns extrem wichtig, dass wir persönlich zusammenpassen. Auch wenn die fachliche Qualifikation natürlich nicht zu kurz kommen darf. So viel sei schon mal verraten: neue Kollegen sollten Fan von CurveFever sein. Da gibt es bei uns regelmäßig interne Battles. Und wir suchen jederzeit neue Teammitglieder – also auf zu i-flow.io/de/jobs

Habt ihr schon einmal über die Zusammenarbeit mit externen Investoren nachgedacht? Wenn ja: Zu welchem Zeitpunkt? Was hat sich daraus ergeben?

Wir haben Anfang letzten Jahres am Internationalen Accelerator Programm „Techstars“ teilgenommen und sind deswegen schon mit einer Vielzahl von Investoren in Kontakt. Auch durch weitere Start-up-Programme konnten wir gute Kontakte knüpfen und wir haben Anfang 2022 bereits eine Pre-Seed Finanzierungsrunde abgeschlossen. Nächstes Jahr wollen wir die nächste Finanzierungsrunde abschließen, um so unser Wachstum weiter zu beschleunigen.

Welchen Tipp könnt ihr anderen geben, die über eine Zusammenarbeit mit Investoren nachdenken, aber den ersten Schritt noch nicht gewagt haben?

Investoren investieren nmeistens nur in Start-ups, die vollends überzeugen. Am Anfang zählt primär das Team und die Erfahrungen und Qualifikationen, die die Teammitglieder haben. Je strukturierter und analytischer man hierbei vorgeht, desto besser sind die Chancen Investoren zu überzeugen. Man sollte seine Annahmen niemals mit Bauchgefühl begründen, sondern immer validiert haben – beispielsweise durchExperten-Interviews. Für mich war das am Anfang auch ungewohnt, aber nur so können auf Dauer wiederholbar richtige Entscheidungen getroffen werden.

Wie empfindet ihr die Stuttgarter Gründungs-Community? Wo findet man am einfachsten Anschluss?

Wenn man sich aktiv einbringt, ist die Community sehr stark. Gerade die Initiativen des Landes. Wir hatten Berührungspunkte mit der WRS, bwcon oder dem M.Tech Accelerator. Wenn man aktiv ist und sich nicht bloß berieseln lässt, ist das Ganze wirklich sehr hilfreich. Deswegen wäre für mich der M.Tech Accelerator oder auch der CyberOne Hightech Award ein guter erster Anlaufpunkt. Sie bieten Unterstützungsmöglichkeiten und man erfährt mehr über die Community im Land.

Zu guter Letzt: Wie stellt ihr euch die nahe und ferne Zukunft für i-flow vor?

Im nächsten Schritten wollen wir weiter unser Wachstum treiben. Wir haben unsere Software nun schon bei einigen Maschinenbauern und einem globalen Automobilzulieferer aus den USA installiert und sind in Gesprächen mit vielen weiteren Unternehmen. Deswegen suchen wir auch mit viel Energie neue Mitarbeiter, die an unserer Mission mitarbeiten wollen. Langfristig – in der Start-up-Welt ja ein sehr subjektiver Begriff – wollen wir natürlich auch außerhalb von Deutschland Fuß fassen.