Startup-Interview: Paylax

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18. November 2019

Jeder kennt diese Situation, man möchte etwas online von einem privaten Anbieter kaufen und fragt sich, wie der Bezahlvorgang am sichersten durchgeführt werden kann. Thomas Niemann (38) und Felix Hagspiegel (35) hatten die Idee zu der App Paylax. Diese bietet die Vorteile eines Treuhandschutzes und ist dabei simpel zu bedienen. Startup Region Stuttgart war im Gespräch mit Thomas Niemann, einem der Gründer von Paylax.

Beschreiben Sie Ihr Unternehmen in einem Satz.

Wir haben einen digitalen Treuhand-Service entwickelt, der maximale Sicherheit bei der Abwicklung von Onlinegeschäften garantiert.

Wann kam Ihnen die Idee, eine eigene Firma zu gründen? Was war der Auslöser?

Der Auslöser war, dass wir selbst schlechte Erfahrungen beim Kaufen und Verkaufen auf einem Kleinanzeigenportal gemacht habe. So kam der Gedanke auf, wie die Zahlungsabwicklung besser gestaltet werden könnte. Dabei stellte sich die Frage ob man besser erst die Ware verschickt und dann das Geld sendet, oder umgekehrt. So kamen wir auf die Idee mit der Digitalisierung eines Treuhandservices. Der klassische Weg des Treuhand-Geschäfts läuft über den Anwalt bzw. Notar und erweist sich somit als sehr kompliziert.

Welche Befürchtungen hatten Sie zu Beginn Ihrer Gründung? Wie beurteilen Sie diese aus heutiger Sicht? Was haben Sie dazugelernt?

Da die Idee lediglich auf unseren Bedürfnissen basierte war eine Befürchtung, dass wir den Markt ganz falsch einschätze und wir uns kopfüber und ohne Absicherung in etwas hineinstürzen würde. Um dem zu entgehen wurde Schritt für Schritt ein entsprechendes Team aufgebaut und die Befürchtungen neutralisierten sich. Dazugelernt haben wir, möglichst früh potentielle Kunden in die Produktentwicklung einzubinden und nach Dienstleistern und strategischen Partnern Ausschau zu halten. Außerdem sollte man eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge entwickeln und über den Tellerrand hinausschauen. Gerade in Bezug darauf, ob und wo das Produkt einen Platz am Markt haben könnte. Zudem aber auch die Gegenfrage, warum das Produkt keinen Platz am Markt haben könnte.

Wie haben Sie ihr Team zusammengestellt? Wo soll am besten nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesucht werden?

Bei uns ging sehr viel über das persönliche Netzwerk, so fanden Felix und ich auch zusammen. Wir haben jedoch auch an Universitäten, über Aushänge und Jobanzeigen, nach potentiellen Mitarbeitern gesucht. So bekommt man Kontakt zu jungen Leuten, die auch Lust darauf haben in einer Startup-Atmosphäre zu arbeiten.

Haben Sie schon einmal über die Zusammenarbeit mit externen Investoren nachgedacht? Wenn ja: Zu welchem Zeitpunkt? Was hat sich daraus ergeben?

Wir arbeiten mit externen Investoren zusammen, wie beispielsweise den Business Angels. Momentan stehen uns drei Investoren mit Kapital und ein weiterer Investor mit Kapital und operativer Arbeitszeit zur Seite. Auf Grund der großen Konkurrenz benötigten wir zu Anfang relativ großes Kapital. So haben wir auch schnell den Schritt zu externem Kapital gesucht und werden dies, in Bezug auf unsere Expansionspläne, nochmal machen.

Welchen Tipp können Sie Gründern geben, die über eine Zusammenarbeit mit Investoren nachdenken, aber den ersten Schritt in diese Richtung aus welchen Gründen auch immer noch nicht gewagt haben?

Man muss mehr Zeit einplanen als man vermuten würde. Es bedarf eventuell mehrerer Runden bis man einen Investor gefunden und abgeholt hat.  Man sollte nicht vorschnell einem Investor zusagen, welcher eventuell nicht gut zu einem passt.

Was war der größte Fehler oder die größte Fehleinschätzung, die Sie bei Ihrer Gründung gemacht haben? Was würden Sie rückwirkend anders machen?

Ich glaube es waren vielen kleine Punkte. Im Nachhinein würden wir uns die Dienstleister genauer anschauen, da wir manchmal zu euphorisch an die Sache herangegangen sind. Beispielsweise bei unserem ersten Bankpartner, bei welchem das Interesse zuerst sehr hoch war. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Bank nicht über die technische Infrastruktur verfügte, die wir eigentlich benötigt hätten. Hier hätten wir den Anforderungskatalog genauer abgleichen sollen. Das hätte besser laufen können.

Wie empfinden Sie die Stuttgarter Gründer-Community? Wo finden (potentielle) Gründer einfachsten Anschluss?

Ich glaube es kommt auf die jeweilige Phase an, in der man sich befindet. Dabei unterscheiden sich Abschnitte in welchen man sich ein bisschen informieren möchte wie man gründet von der Phase, in der man nach Partnern sucht oder einfach auf der Suche nach einer Community ist, in der man sich wohlfühlt. Empfehlen kann ich Veranstaltungen, wie beispielsweise das Gründergrillen, Veranstaltungen der bwcon oder auch des Steygs. In Stuttgart gibt es viele verschiedene Veranstaltungen, die zu den jeweiligen Phasen passen. So war das Gründergrillen eher eine Veranstaltung, die ich zu Beginn einer Gründung empfehlen würde und die Founder Talks im Steyg sind eher interessant für den Abschnitt, in welchem wir uns jetzt gerade befinden. Besonders interessant fanden wir auch den FinTec Day der Börse, da man hier gebündelt Investoren, Unternehmen und andere Startups kennenlernen konnte.

Wie stellen Sie sich die nahe und ferne Zukunft für Ihr Unternehmen vor?

Die nahe Zukunft stellen wir uns so vor, dass wir in Verbindung mit strategischen Partnern, unsere Marke verbreiten und stärken. In ferner Zukunft wären die Ziele die Expansion und die Verbreitung von Paylax im europäischen Raum.