Startup-Interview: Fruchtstück

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15. August 2019

Startup Region Stuttgart war im Gespräch mit Ines Kutzli und Inna Zhuravlova, die gemeinsam Fruchtstück ins Leben gerufen haben. Sie studieren und promovieren an der Universität Hohenheim. Unterhalten haben wir uns u.a. über Nachhaltigkeit, Cerealien und gerettete Bananen.

Wer seid ihr?

Wir sind Inna (25) und Ines (28) und machen zusammen Fruchtstück. Fruchtstück ist die natürlich süße Frühstücks-Cerealie, deren Hauptzutat gerettete Bananen sind. Wir möchten uns in Richtung Food-Startup und Social-Entrepreneurship bewegen, da wir uns gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen möchten. Leider sind Bananen das meist verschwendete Obst, welches im Einzelhandel aussortiert wird. Deshalb haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, diese Verschwendung zu vermeiden. Die Bananen sind nämlich noch bedenkenlos verzehrbar. Diese werden, nur auf Grund von braunen Flecken, aussortiert und entsorgt. Was die Lebensmittelsicherheit betrifft, ist es unbedenklich diese noch weiter zu verwenden. Die vom Supermarkt aussortierten Bananen werden momentan zentral gesammelt und danach direkt entsorgt. An dieser Stelle fangen wir die Bananen ab und verarbeiten diese weiter. Die Fruchtstück-Frühstücks-Cerealien sind nicht nur nachhaltig, sondern enthalten auch keinen beigesetzten Zucker, sind vegan und glutenfrei. Durch das spezielle Herstellungsverfahren ist Fruchtstück besonders lange haltbar. Somit muss es nicht sofort nach der Zubereitung verzehrt werden, sondern kann auch länger gelagert werden. Dies stellt einen klaren Vorteil, im Vergleich zu anderen Produkten aus Bananen, dar.

Wann entstand die Idee, dass ihr eine eigene Firma gründen wollt? Was war der Auslöser?

Ende 2017 bzw. Anfang 2018 haben wir angefangen, im Rahmen eines EU-Projekts unter der Schirmherrschaft des European Institute of Innovation and Technology (EIT) – Food, daran zu arbeiten. Bei dem Projekt ging es vor allem um Nachhaltigkeit im Lebensmittelsektor. Hierzu bringt die EU Wirtschaft und Universitäten zusammen, um an Problemstellungen bzw. deren Lösung zu arbeiten. Auf diesem Weg hat sich für uns die Chance ergeben, mit einem belgischen Retail-Unternehmen zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen gab an, dass sich nach internen Studien die Hauptproblematik auf den Wegwurf von Brot, Kartoffeln und Bananen bezieht. Diese Produkte wurden drei Universitäten (in Deutschland, England und Belgien) zugeordnet. Der Universität Hohenheim wurde die Bananen zugeteilt. Auf diesem Weg kamen wir auf das Ausgangsprodukt und konnten uns mit Möglichkeiten zur Weiterverwertung der aussortierten Bananen beschäftigen. Ende 2018 kam dann unser erster Prototyp der fruchtbasierten Frühstücks-Cerealien heraus.

Was waren eure größten Erfolgserlebnisse?

Wir haben den FEMALE FOUNDERS CUP gewonnen und qualifizierten uns so für den Start-up BW Elevator Pitch. Über den Erfolg beim FEMALE FOUNDERS CUP haben wir uns, als komplett weibliches Gründer-Team, sehr gefreut. Zudem haben wir das Wirkungsschaffer Stipendium vom SOCIAL IMPACT LAB bekommen, bei welchem wir jetzt seit Juni dabei sind.

Wie habt ihr euer Team zusammengestellt?

Wir haben uns alle auf eine Projektteilnahme, an dem EIT-Projekt, bei der Universität Hohenheim beworben und wurden daraufhin multidisziplinär zusammengewürfelt. So entstand ein Team aus Teilnehmern verschiedener Studiengänge. Über das Jahr, in dem wir an dem Projekt zusammengearbeitet haben, fanden wir heraus, dass wir sehr gut miteinander können. Durch unsere verschiedenen Fachrichtungen ergänzen wir uns sehr gut. Inna kümmert sich dabei eher um die betriebswirtschaftliche Seite und ich (Ines) um das Produkt.

Wie empfindet ihr die Stuttgarter Gründer Community? Wo finden (potentielle) Gründer am einfachsten Anschluss?

Die Community ist relativ stark geprägt von Technologie, was aber wahrscheinlich an dem Wirtschaftsstandort Stuttgart liegt. Trotzdem haben wir das Gefühl, dass es sehr viele Angebote gibt und man oft die Gelegenheit bekommt etwas dazuzulernen. Wir haben den ersten Anschluss direkt über die Universität bekommen und daraufhin in der Region verschiedene Events besucht.

Welche Events sollten (potentielle) Gründer auf keinen Fall verpassen?

Wir waren beim Gründergrillen, beim SOCIAL IMPACT LAB, beim FEMALE FOUNDERS CUP und im Wizemann werden auch häufig thematisch passende Vorträge angeboten. Es gibt ein wirklich großes und vielfältiges Angebot, welches man nutzen kann.

Was sind eure Zukunftspläne?

In der nahen Zukunft versuchen wir mit unserer Idee ein breites Publikum durch die Sozialen Medien und über unsere Homepage zu erreichen. Dabei ist uns besonders der Gedanke der Nachhaltigkeit und der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung wichtig. Im nächsten halben Jahr hoffen wir darauf, dass wir das EXIST-Gründerstipendium bekommen, Kooperationspartner finden und Produzenten für uns gewinnen können. Im September stellen wir unseren Prototyp auf der Startup Night in Berlin vor und im Oktober auf einem Event in München.

Hier geht es zu dem Instagram Account von Fruchtstück.