Startup-Interview: ChillChoc

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17. Dezember 2019

Startup Region Stuttgart war im Gespräch mit Laura und Dave von ChillChoc. Unterhalten haben wir uns über Entspannung im Alltag, Achtsamkeit und Hanfkakao. Ein Startup, welches eine Gegenbewegung zu Energydrinks, unter dem Motto „Konzentriere dich, fokussiere dich und fahre erst einmal einen Gang runter bevor es weiter geht“, startet.

Beschreibt euer Unternehmen in einem Satz.

ChillChoc ist ein Hanfkakao, welcher für bewussten Konsum steht und Powerpausen, um Kraft tanken zu können, ermöglichen soll.

Wann kam euch die Idee, eine eigene Firma zu gründen? Was war der Auslöser?

Wir beschäftigten uns, aufgrund der MS-Erkrankung der Freundin des Mitbegründers, mit den Wirkweisen legaler Hanfprodukte. Hierzu führten wir einige Tests durch und fanden heraus, dass Hanfkakao die muskuläre Entspannung fördert. Diese Erkenntnis und Wirkweise wollten wir gerne auch einem größeren Publikum zuteilwerden lassen.

Welche Befürchtungen hattet ihr zu Beginn eurer Gründung? Wie beurteilen ihr diese aus heutiger Sicht? Was habt ihr dazugelernt?

Es ist nie leicht zu gründen. Es dauert sehr wahrscheinlich länger und ist teurer Dinge umsetzten zu können, als man ursprünglich angenommen hat. Dabei ist es wichtig sich nicht lediglich auf einen Plan A zu verlassen, sondern auch einen Plan B und C bereit zu haben. Ein wichtiger Punkt ist es auch, das Produkt auf dem Markt zu testen. Wir haben beispielsweise unsere neuen Sorten, auf Basis der Rückmeldungen der Community, konzipiert. Ganz wichtig ist es auch, sich schon frühzeitig mit Gleichgesinnten zu vernetzen und zu versuchen an Programmen, welche mit den eigenen Werten übereinstimmen, teilzunehmen. Bei uns war das beispielsweise das Social Impact Lab. Auch kontinuierliches Mentoring, was häufig auch kostenlos angeboten wird, ist ein wichtiger Punkt.

Wie habt ihr euer Team zusammengestellt? Wo sollen Startups am besten nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern suchen?

Bei uns war es wahrscheinlich ein etwas ungewöhnlicher Start. Dave und Burkhart kannten sich schon länger und Chris, Lena und Laura (ich) kamen erst später dazu. Es hat sich bei uns auch eher zufällig ergeben. Lena und Laura (ich) hatten erst eine eigene Idee für ein Startup, welche bei der Entwicklung der Software ein bissen ins Stocken kam, weil die Entwickler ins Berufsleben eingestiegen sind. Dave und Burkhart haben wir damals im Social Impact Lab kennengelernt und unterstützen die beiden bei Marketingangelegenheiten und fanden die Idee von ChillChoc super.

Habt ihr schon einmal über die Zusammenarbeit mit externen Investoren nachgedacht? Wenn ja: Zu welchem Zeitpunkt? Was hat sich daraus ergeben?

Wir würde empfehlen Investoren erst dann ins Boot holen, wenn man weiß, dass das Produkt auf dem Markt funktioniert. Das könnte man beispielsweise durch eine Crowdfunding Kampagne machen. Das ist wichtig, um Vorbestellungen zu generieren und das als „Proof of Market“ und „Proof of Concept“ anzusehen. Danach kann dann nach Investoren gesucht werden, welche von den Werten, Einstellungen und Erwartungen zu einem passen. Gerade am Anfang tendiert man nämlich dazu vorschnell auf die Angebote von Investoren einzugehen, welche womöglich nicht so gut zu einem passen. Das ist vergleichbar mit einer Ehe und muss wirklich zu einem passen.

Welchen Tipp könnt ihr Gründern geben, die über eine Zusammenarbeit mit Investoren nachdenken, aber den ersten Schritt in diese Richtung noch nicht gewagt haben?

Man traut sich mehr und ist selbstbewusster, wenn man einen „Proof of Concept“ hat und Feedback von der Außenwelt bekommen hat. Gerade auch um mögliche Schwachstellen zu entlarven, welche man eventuell selbst nicht erkennt, weil man zu vertieft in der Sache ist. Außerdem ist es empfehlenswert sich auf Veranstaltungen Tipps zu holen und sich für Gründerstipendien zu interessieren. Gerade wenn man zu Beginn unerfahren ist und Angst vor der Situation hat, ist es wirklich empfehlenswert sich von außen Tipps von Mentoren zu holen, damit man sich nicht unter dem Wert verkauft. Es ist überhaupt keine Schande etwas nicht zu wissen. Es ist wichtiger zu erkennen, dass man eventuell einen „blinden Fleck“ hat, sich über diesen bewusst wird und diesen beheben kann. Gut ist auch, wenn man sich nicht lediglich auf einen Investor beschränkt, sondern auch mehrere in Betracht zieht. So entsteht nicht der Druck, dass es genau mit einem Investor funktionieren muss. Bei diesem Prozess ist es auch wichtig, dass man einen Fokus setzt und nicht versucht zu viele Dinge parallel abzuwickeln. Das wird bei begrenzten Ressourcen und begrenzter Teamgröße sonst nicht funktionieren.

Was war der größte Fehler oder die größte Fehleinschätzung, die ihr bei eurer Gründung gemacht habt? Was würdet ihr rückwirkend anders machen?

Fehlerchen passieren immer. Einen richtig großen Fehler haben wir jedoch nicht gemacht. Ansonsten sehen wir Fehler eher als Möglichkeit etwas zu lernen an. Wir finden es auch wichtig Kooperationen auf Probe zu vereinbaren, um sich sicher sein zu können, dass es passt und funktioniert.

Wie empfindet ihr die Stuttgarter Gründer-Community? Wo finden (potentielle) Gründer einfachsten Anschluss?

Wir finden die Community ziemlich gut und sind auch super vernetzt. Wir hatten durch das Social Impact Lab eine richtig gute Ausgangsbasis und waren auf einigen tollen Veranstaltungen. Auch zum jetzigen Zeitpunkt besuchen wir noch immer Veranstaltungen und regelmäßige Stammtische. Wir haben das Stipendium des Social Impact Labs und auch des Smart Green Accelerators bekommen, was uns wirklich sehr weitergeholfen hat.

Welche Anlaufstellen für Gründer könnt ihr empfehlen? Welche Events sollten (potentielle) Gründer auf keinen Fall verpassen?

In Stuttgart sind Klassiker, wie beispielsweise das Gründergrillen oder auch Veranstaltungen wie ein Social Startup in 54 Stunden, zu empfehlen. Selbst wenn man nicht an der eigenen Idee arbeitet bekommt man die Möglichkeit nachzuvollziehen, wie man von der Idee zu einem möglichen Businessmodell kommt. Was wir auch empfehlen können sind Elevator-Pitches von Startup BW und Startup Weekends an der HdM. Ich hatte dabei immer das Gefühl, dass man etwas Tolles schaffen kann, wenn man die Veranstaltungen mit dem richtigen Spirit angeht.

Wie stellt ihr euch die nahe und ferne Zukunft für euer Unternehmen vor?

In der nahen Zukunft möchten wir ChillChoc noch deutschlandweit bekannter machen und uns als Powerpause etablieren. Außerdem möchten wir mit Vorurteilen Missverständnissen aufräumen. Hanf hat leider bisher eher einen schlechten Ruf. Wir möchten dieses Image verbessern und die positiven Eigenschaften der Pflanze, wie beispielsweise Hanf als Superfood, hervorheben. In den nächsten Jahren wollen wir uns als Social Startup noch stärker für die Bodenrettung und weitere Initiativen einsetzten.

Für mehr Informationen besucht das Startup auf Instagram oder auf ihrer Homepage.