Startup-interview: Somskat

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11. Juni 2019

Startup Region Stuttgart im Gespräch mit somskat. Charlotte Schatz (Charly) hat in Reutlingen International Fashion Retail studiert, bei Hugo Boss gearbeitet und vor kurzem ihren Master begonnen. Maximilian Fesseler ist IT Projektmanager bei Daimler.

 

Wer seid ihr?

Wir sind Max und Charly und zusammen haben wir somskat gegründet. Wir haben uns beide aufgrund unserer Erfahrungen vorgenommen, das Thema Mode selbst in die Hand zu nehmen. Wir hatten auch einfach Lust auf das Thema Gründung, als Team zusammenzuarbeiten und Neues zu entdecken.

Somskat ist ein nachhaltiges Modelabel bzw. soll zu einem werden. Wir möchten Slow Fashion verkaufen, und wirklich gute Mode machen. Aber mit einer Einschränkung: das Konzept an sich soll sein, dass wir Kleidung erst dann produzieren, wenn auch Nachfrage generiert ist. Wir möchten das Thema Ressourcenschonung in den Vordergrund stellen und der Überproduktion den Kampf ansagen. Wir möchten den Pre-Consumer-Waste reduzieren. Das heißt, nicht auf Verdacht Massen produzieren, die vielleicht gar nicht verkauft werden, sondern erst mal schauen: was möchte der Konsument und ist es das wert zu produzieren? Erst wenn die Nachfrage gegeben ist, gehen wir in die Produktion. Wir möchten quasi den Kunden als interaktiven Teil der Wertschöpfungskette integrieren, anstatt die pure Entscheidung des Managers oder Designers an erste Stelle zu setzen.

 

Wo steht ihr in eurem Gründungsprozess?

Dieses Jahr im Oktober oder November möchten wir unseren Online Shop öffnen. Bis dahin gibt es viel zu tun, aber wir freuen uns auf den Prozess.

Wir möchten mit einer Basis Kollektion starten. Es sollen ganz klassische, cleane, langlebige Kleidungsstücke aus nachhaltigen Materialien und ökologischer und sozialverträglicher Produktion in Deutschland werden. Das Thema Transparenz ist uns wichtig. Woher kommen die Stoffe? Wer hat das Kleidungsstück produziert? Wie wurde der Preis gebildet? Wir möchten all diese Fragen beantworten. Weil diese Fragen jeder Produzent öffentlich beantworten können sollte, wenn nichts dagegen spricht.

Wir möchten einfach auch ein sinnstiftendes Unternehmen sein, einen gesellschaftlichen Mehrwert anbieten.

Somskat basiert auf drei Grundpfeilern. Zum ersten wollen wir das Thema der Suffizienz neu in die Köpfe der Menschen bringen, durch unsere Workshops sicherstellen, dass es eine Nachfrage nach unseren Produkten gibt. Zweitens wollen wir ein verantwortungsbewusstes Design anbieten: schlichte Schnitte, schlichte Farben, regionale Produktion und Nachhaltigkeit als Standard. Der dritte Pfeiler ist Transparenz, um unseren Kunden die Möglichkeit zu geben, Vertrauen zu uns aufzubauen.

 

Wer oder was hat euch bei dem Gründungsprozess geholfen?

Wir haben seit unseren Anfängen mit dem Social Impact Lab zusammengearbeitet, das uns in einem Zeitraum von 8 Monaten sehr intensiv begleitet. Wir sind jetzt bei der Halbzeit angekommen und bisher hat uns der Prozess wirklich viel geholfen, z.B. dabei unsere Geschäftsidee und einen konkreten Businessplan zu formulieren, oder mit Workshops zur Finanzierung und Co. Dort treffen wir auf Experten, aber auch auf andere Gründer, was uns ein wertvolles Netzwerk und Erfahrungsaustausch bietet. Der Prozess gibt uns auch eine gewisse Verbindlichkeit zum Thema. Die Plattform bietet da viel Support, weil wir alle die gleichen Probleme hatten. Die Coaches animieren, hinterfragen und helfen uns, ein einheitliches Gesamtkonzept zu meißeln.

 

Was sind eure Zukunftspläne? Wo seht ihr euer Projekt in 2 Jahren?

Wir würden gerne mit somskat auf dem Markt etabliert sein, sodass wir eine Anlaufstelle für nachhaltige Mode sind. Und dass eben nicht der Verkauf von nachhaltiger Mode im Vordergrund steht, sondern dass wir das Thema Konsumbewusstsein und Bedarfswirtschaft in die Branche gebracht haben. Das wäre unser Traum.

Wir wollen wieder eine Beziehung zwischen Produkt und Konsument. Und wir wollen wieder Vorfreude auf Produkte schaffen. Wir wollen neue Denkanstöße für nachhaltiges Konsumbewusstsein geben, ohne Zeigefinger aber mit guten Ideen.

Hier geht es zur Website und dem Instagram Account von somskat.